Eine weit verbreitete These besagt, dass Schimpansen, die intelligentesten Affen darstellen. Dazu gab es in der Vergangenheit schon viele Forschungsprojekte deren Ergebnisse bereits publiziert sind. Aktuell sind weitere Studien in Arbeit, die in Kürze veröffentlicht werden.
Einige dieser Forschungsarbeiten liefern aber Ergebnisse die den Status des Schimpansen als intelligenteste Affenart zumindest hinterfragen lässt. Zunächst muss man, um die Gruppe der Schimpansen näher zu definieren, festhalten, dass wenn üblicherweise vom Schimpansen selbst gesprochen wird, meist der “gemeine Schimpanse” gemeint wird. In der Gattung der Schimpansen (Pan) findet man aber außerdem noch den sogenannten “Zwergschimpansen” oder auch “Bonobo”.
Diese Primatenart zeichnet sich einerseits durch sein weitaus weniger aggressives Verhalten, aber auch durch seinen optisch zierlicheren Körperbau aus. Beobachtungen in einem deutschen Zoo berichteten vom Erkennen von Zusammenhängen, von “Ursache und Wirkung” einer Situation: Während Schimpansen, Orang Utans und Gorillas bald verstanden haben wie man einen Wasserstrahl von einem Druckschalter aus bedient, der dann 3 Minuten Wasser mit einem dicken Strahl in ein Becken spritzt, waren es die Bonobos alleine, die auch bald fähig waren den Druckschalter so zu bedienen, dass der Hahn lediglich tröpfelt und so die Wassertropfen mit der Hand aufzufangen und dann den Schalter wieder abzuschalten, so dass sie der starke Strahl nicht mehr trifft. Auch in Hinblick auf die Sensibilität, die Bonobos zeigen, kann man annehmen, das diese Primaten intelligenter als andere sind: Nimmt man an, dass nervöse Reaktionen und die Empfindlichkeit gegenüber Veränderungen und Störungen von außen ein Maß für die Intelligenz ist, dann sind die Bonbons mit großer Wahrscheinlichkeit intelligenter als Schimpansen.
Sie reagieren viel empfindlicher auf Eingriffe in Ihr Umfeld – nicht umsonst sind einige der Bonbons in Tiergärten und Zoos bei medizinischen Routineuntersuchungen an Schock gestorben.
Weitere interessante neue Studienergebnisse belegen weiters, dass es auch innerhalb einer Affenart immense Unterschiede der Individuen gibt. Bei durchgeführten Intelligenztests an Liszt-Äffchen erhielten Forscher der Universität Cambridge bei der Auswertung eine Bandbreite von sehr guten bis sehr schlechten Resultaten.
Tags: Affen, Intelligenz, Schimpanse
Posted in
Wissenschaft by Walter Braun on September 9th, 2009
Sind wir eigentlich nur “neuere” Affen? Ganz so einfach ist die Entwicklung des Menschen nicht gelaufen. Auch wenn ein beliebtes Schlagwort ist, “wir stammen vom Affen ab”, ist das nicht die richtige Antwort.
Heutige Affen und wir Menschen sind eher so etwas wie Vettern. Irgendwann, weit in der Vergangenheit, hatten wir nämlich gemeinsame Vorfahren. Dann haben sich Mensch und Affe in verschiedene Richtungen entwickelt. Also ist auch der Uraffe nicht etwa einfach nur Affe geblieben, sondern hat sich zu dem entwickelt, was wir heute kennen. Wie kann so etwas sein? Das ist die Evolution! Selektion und Anpassung heißen die Schlagworte. Eigenschaften, die Vorteile bringen, werden leichter vererbt, als andere. Wir können uns eigentlich nicht vorstellen, daß dieser simple Vorgang reicht, irgendwann den Menschen entstehen zu lassen. Das können wir deshalb nicht, weil es uns schwer fällt, die Bedeutung der Zeit richtig einzuschätzen. Jahrtausend um Jahrtausend vergeht, viele Generationen braucht es, um Veränderungen tatsächlich sichtbar werden zu lassen. So gab es also vor mehr als drei Millionen Jahren die inzwischen berühmte Lucy. Ihr Skelett fand man im Jahr 1974 in Äthiopien. Lucy ist anders als die damals bekannten Tiere. Lucy lief schon aufrecht. Aber Lucy ist auch noch kein moderner Mensch. Lucy hatte Fell, war klein, und hatte nur ein geringes Hirnvolumen. Aber diese Bauart war erfolgreich. Etwas vereinfacht könnte man sagen, wir alle stammen von Lucy ab. Über die Jahrmillionen entwickelten wir uns weiter, bis, vor etwa 150.000 Jahren, der moderne Mensch fertig war.
Fassen wir zusammen: Wir stammen von einem Lebewesen ab, das heute nicht mehr existiert. Es war kein Affe, aber auch noch kein Mensch. Seine Nachkommen entwickelten sich über mehrere Linien. Eine Linie war Lucy, und damit unsere Linie. Aus anderen entwickelten sich die Affen, wie wir sie heute kennen.
Tags: Affen, Evolution, Mensch
Weit verbreitet ist die Meinung, dass giftige Tiere nur in weit entfernten Ländern wie Australien und Afrike zu finden sind. Meist fallen einem zu diesem Begriff Schlangen, Skorpione und Spinnen ein.
Jedoch auch in Europa gibt es giftige Tiere.
Die Kreuzotter, eine Vipernart, die eine Länge von etwa 70 cm erreicht, ist in Deutschland und anderen Teilen Europas anzutreffen. Sie besitzt ein relativ starkes Gift, welches aber nur in einer sehr geringen Menge abgegeben wird. Der Biß einer Kreuzotter ist also nicht tödlich für den Menschen, kann aber stärkere Schwellungen und Schmerzen an der Bißstelle hervorrufen.
In Südeuropa sind die Aspisviper und die Sandotter anzutreffen; auch diese Tiere zählen zu den Gifttieren Europas. Der Biß einer Aspisviper ähnelt dem einer Kreuzotter, jedoch können die im Gift enthaltenen Neutotoxine Atemnot und Herzbeschwerden hervorrufen, welche im Extremfall auch tödlich enden könnten.
Die Sandotter ist in Italien, Österreich, Slowenien und Kroatien bis in den Kaukasus anzutreffen; ihr Gift ist als stark einzustufen. Ihr Gift besteht aus gewebszerstörenden Substanzen und Nervengiften, die Lähmungen hervorrufen. Todesfälle durch den Biß der Sandotter sind meist bei Kleinkindern und sehr geschwächten Personen zu verzeichnen.
Die Kreuzspinne und die Wasserspinne – beides in ganz Europa anzutreffende Exemplare – gelten als schwach giftig. Bei beiden Arten bildet sich eine mittelmäßige bis starke Schwellung um die Bißstelle; eine leichte Lähmungserscheinung rund um die betroffene Stelle ist möglich.
Als ziemlich giftig und unangenehm gilt der Biss des sogenannten Dornfingers; diese Spinnenart kommt nur in sehr warmen Gegenden in Deutschland vor. Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen, sogar Erhöhung der Körpertemperatur sind möglich; um die Bißstelle kann sich das Gewebe bläulich-lila verfärben.
Zusammenfassen kann man sagen, dass es in Europa viele Tierarten gibt, welche schwach bis mäßig giftig sind, aber nur sehr wenige, von denen eine direkte tödliche Gefahr ausgeht. Die meisten Tiere sind scheu und ziehen sich bei Gefahr zurück; man sollte sich in der Natur in jedem Fall achtsam und vorsichtig verhalten, den Tieren ihren Lebensraum lassen und Rückzugsmöglichkeiten gewähren, dann ist die Gefahr eines Bisses relativ unwahrscheinlich.
Tags: Europa, Gift, Spinnen