Tiere in Freiheit
Vor der Ausrottung stehende, wilde Tiere

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Europas giftige Tiere

Posted in Gefährliche Tiere  by Leo on September 1st, 2009

Weit verbreitet ist die Meinung, dass giftige Tiere nur in weit entfernten Ländern wie Australien und Afrike zu finden sind. Meist fallen einem zu diesem Begriff Schlangen, Skorpione und Spinnen ein.
Jedoch auch in Europa gibt es giftige Tiere.

Die Kreuzotter, eine Vipernart, die eine Länge von etwa 70 cm erreicht, ist in Deutschland und anderen Teilen Europas anzutreffen. Sie besitzt ein relativ starkes Gift, welches aber nur in einer sehr geringen Menge abgegeben wird. Der Biß einer Kreuzotter ist also nicht tödlich für den Menschen, kann aber stärkere Schwellungen und Schmerzen an der Bißstelle hervorrufen.

In Südeuropa sind die Aspisviper und die Sandotter anzutreffen; auch diese Tiere zählen zu den Gifttieren Europas. Der Biß einer Aspisviper ähnelt dem einer Kreuzotter, jedoch können die im Gift enthaltenen Neutotoxine Atemnot und Herzbeschwerden hervorrufen, welche im Extremfall auch tödlich enden könnten.

Die Sandotter ist in Italien, Österreich, Slowenien und Kroatien bis in den Kaukasus anzutreffen; ihr Gift ist als stark einzustufen. Ihr Gift besteht aus gewebszerstörenden Substanzen und Nervengiften, die Lähmungen hervorrufen. Todesfälle durch den Biß der Sandotter sind meist bei Kleinkindern und sehr geschwächten Personen zu verzeichnen.
Die Kreuzspinne und die Wasserspinne – beides in ganz Europa anzutreffende Exemplare – gelten als schwach giftig. Bei beiden Arten bildet sich eine mittelmäßige bis starke Schwellung um die Bißstelle; eine leichte Lähmungserscheinung rund um die betroffene Stelle ist möglich.
Als ziemlich giftig und unangenehm gilt der Biss des sogenannten Dornfingers; diese Spinnenart kommt nur in sehr warmen Gegenden in Deutschland vor. Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen, sogar Erhöhung der Körpertemperatur sind möglich; um die Bißstelle kann sich das Gewebe bläulich-lila verfärben.

Zusammenfassen kann man sagen, dass es in Europa viele Tierarten gibt, welche schwach bis mäßig giftig sind, aber nur sehr wenige, von denen eine direkte tödliche Gefahr ausgeht. Die meisten Tiere sind scheu und ziehen sich bei Gefahr zurück; man sollte sich in der Natur in jedem Fall achtsam und vorsichtig verhalten, den Tieren ihren Lebensraum lassen und Rückzugsmöglichkeiten gewähren, dann ist die Gefahr eines Bisses relativ unwahrscheinlich.

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Die Raubtiere Europas

Posted in Tiere in Freiheit  by Walter Braun on August 19th, 2009

Die Ordnung der Raubtiere (Carnivora) umfasst die Hundeartigen (Canoidea) und Katzenartigen (Feloidea).
Zu den Hundeartigen gehören neben Wolf und Rotfuchs auch Goldschakal, Braunbär, die Angehörigen der Marderfamilie sowie Waschbär und Marderhund.

Der Wolf war in einigen Ländern Westeuropas ausgerottet, in den letzten Jahrzehnten entwickelt sich der Gesamtbestand aber wieder positiv. Wölfe sind in offenen Landschaften wie auch in Wäldern zu finden. Im Vergleich zum Wolf kommt der Rotfuchs bedeutend häufiger vor. Ursprünglich ein Waldbewohner, lebt dieser Allesfresser heutzutage auch in besiedelten Gebieten. Der seltenste Wildhund Europas ist der Goldschakal, der in Südosteuropa vorkommt und offene Flächen bevorzugt.

Der Braunbär ist in Teilen Europas ausgestorben, es gibt aber einzelne Wiederansiedelungsprojekte. Dieser große Allesfresser bewohnt hauptsächlich Wälder. Aus einem solchen Projekt kam auch der berühmte Bär “Bruno” alias JJ1.

Die Familie der Marder umfasst neben Stein- und Baummarder u.a. den Dachs, den Vielfraß, den Fischotter, den Europäischen Nerz sowie alle Wiesel- und Iltisarten. Marder ernähren sich vorrangig von Fleisch. Einer der bekanntesten Marder ist der Steinmarder, der hauptsächlich in felsigem Gelände, aber auch in menschlichen Siedlungen lebt. Der Baummarder hingegen ist seinem Namen entsprechend ein Waldbewohner. Dort findet man auch den Dachs, der sich ungewöhnlicherweise größtenteils von Pflanzen ernährt. Der größte Marder ist der in Skandinavien vorkommende Vielfraß. Als kleinste Art steht ihm das Mauswiesel gegenüber. Zu den Wieseln gehört auch das im Winter schneeweiße Hermelin. Ihre für Marder untypische semiaquatische Lebensweise zeichnet Fischotter und Nerz aus.

Zwei Arten, die erst seit wenigen Jahrzehnten in Europa leben, sind Waschbär und Marderhund. Sie sehen sich sehr ähnlich, sind beide Allesfresser und leben meist in Wäldern. Allerdings gehört der Waschbär zu den Kleinbären, der Marderhund zu den Echten Hunden.
Die in Europa heimischen Katzenartigen sind die Wildkatze und der Eurasische Luchs.
Beide Arten brauchen große Waldgebiete, die durch Abholzung und Zersiedelung bedroht sind. Der Luchs wurde zudem früher stark bejagt, aktuell gibt es aber Wiederansiedelungsprojekte.

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